Versicherungssumme der Hausratversicherung ohne Unterversicherung

Hausratversicherungen erbringen im Versicherungsfall eine dem Schaden angemessene Leistung, um die Beschädigung zu beheben oder den Versicherungsnehmer finanziell zu entschädigen. Bei nahezu allen Versicherungsanbietern ist die maximale Entschädigungsleistung auf die Versicherungssumme begrenzt. Die versicherten Sachen und erstattungsfähige Kosten sind somit pro Versicherungsfall auf die vereinbarte Summe limitiert.

Als Entschädigung wird immer der Neuwert des Hausrats erstattet. Sollte im Schadensfall der beschädigte Hausrat bereits die Versicherungssumme komplett ausschöpfen, wird die Schadensumme automatisch durch einen sogenannten Vorsorgebetrag um bis zu 10 Prozent erhöht. Dadurch kann der Versicherungsnehmer noch zusätzliche Kostenpunkte, wie Aufräum- oder Transportkosten, erstatten lassen.

Die versicherte Deckungssumme ist in der Hausratversicherung für die Berechnung der Beiträge ausschlaggebend. Bei der Kalkulation können Sie auf zwei verschiedene Varianten zurückgreifen. Dabei gibt es Vor- und Nachteile, die Sie bei der richtigen Auswahl berücksichtigen sollten.

Versicherungssumme pro qm

Um die Grundlage für die Beitragsberechnung zu schaffen, ist es möglich, die Versicherungssumme anhand der Wohnungsgröße zu berechnen. Dieses Vorgehen ist die übliche Handhabung in der Hausratversicherung. Hierbei wird die Anzahl der Quadratmeter (qm) in der versicherten Wohnung oder dem versicherten Haus berücksichtigt. Als Richtwert legen die Versicherungen einen Hausratwert in Höhe von 650,- Euro pro Quadratmeter zu Grunde.

Beispiel der Summenermittlung

Die Versicherungssumme lässt sich dann zum Beispiel folgendermaßen ermitteln:

  1. Größe der Wohnung: 85 qm
  2. Versicherungssumme: 85 qm * 650,- Euro = 55.250,- Euro

Da die Endsumme in der Regel auf volle 100,- Euro aufgerundet wird, beläuft sich die Versicherungssumme in diesem Beispiel auf 55.300,- Euro.

Warum sollten Sie diese Option nutzen?

Der Nachteil dieser Berechnung liegt darin, dass der eigentliche Wert des eigenen Hausrats erheblich geringer als die errechnete Summe sein kann. Dies ist in der Regel bei Wohnungen der Fall, wo sehr günstige oder gebraucht gekauftes Inventar als Inneneinrichtung genutzt wird. Im Endeffekt könnten Sie also mehr für die Hausratversicherung bezahlen als eigentlich notwendig ist.

Alternativ müssten Sie allerdings den gesamten Hausrat manuell erfassen und den Neuwert schätzen (siehe Abschnitt „Hausrat mit Summenermittlungsbogen berechnen“). Da dies sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und Fehler passieren können, ist die manuelle Ermittlung eher nicht zu empfehlen. Der Versicherungsbeitrag wird dadurch oft nicht wesentlich günstiger. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass eine Unterversicherung besteht.

Der Vorteil der Faustregel „Versicherungssumme pro qm“ ist nicht nur die einfache Berechnung, sondern auch die Abwicklung im Versicherungsfall. Wenn Sie diese Variante zur Summenermittlung richtig nutzen, garantiert der Versicherer einen Unterversicherungsverzicht. Die Hausratversicherung verzichtet also auf eine Leistungskürzung im Schadensfall, selbst wenn die Versicherungssumme zu gering bemessen ist.

Anpassung der Versicherungssumme

Die Deckungssumme kann jedes Jahr an den Preisindex für Verbrauchs- und Gebrauchsgüter automatisch angepasst werden. Dieser Index wird von dem Statistischen Bundesamt ermittelt. Sollte es zu einer Steigerung oder Verminderung kommen, wird der Versicherungsnehmer von der Hausratversicherung darüber in Kenntnis gesetzt und kann entscheiden, ob die Änderung genehmigt oder abgelehnt wird.

Bei einer Änderung kann es zu einer Beitragsanpassung kommen, da der Beitrag von der Höhe der Deckung abhängig ist. Damit der Versicherungsschutz und das Unterversicherungsverzicht vollumfänglich bestehen bleibt, sollten Sie die Anpassung akzeptieren. Andererseits kann es im Leistungsfall wieder zu Kürzungen kommen, falls die Versicherungssumme zu gering ist.

Möchte Sie trotzdem der Summenerhöhung widersprechen, müssen Sie das der Versicherung innerhalb eines Monats schriftlich mitteilen. Nur mit der Einhaltung der Widerspruchsfrist wird der Widerspruch auch wirksam.

Hausrat mit Summenermittlungsbogen berechnen

Mit einer manuellen Festlegung der Deckungssumme erfolgt vor dem Vertragsabschluss eine genaue Zusammenstellung des Hausrats und deren aktuellen Preise. Dies erfolgt mit einem Summenermittlungsbogen. Der Versicherungsnehmer muss bei dieser Variante alle Einrichtungsgegenstände und jedes Detail in der Wohnung in die Berechnung mit einbeziehen und miteinander addieren. Sofern alle Gegenstände berücksichtigt wurden, ist der summierte Endbetrag die Versicherungssumme.

Die manuelle Berechnung ist weitaus komplizierter und zeitintensiver als die Kalkulation mit der qm-Zahl. Darüber hinaus kann es zu Schwierigkeiten im Schadensfall kommen. Stellt die Hausratversicherung dann fest, dass der gesamte Wert des Hausrats größer als die Versicherungssumme ist, wird die Versicherungsleistung anteilig gekürzt. Dies kann vor allem problematisch werden, wenn Sie nach Vertragsabschluss neues Inventar kaufen und dabei vergessen, dies der Hausratversicherung mitzuteilen.

Vorteilhaft kann es sein, wenn die Wohnung groß, aber der Wert des Hausrats eher gering ist. Anhand dieser Grundlage können Sie so die Versicherungssumme im Vergleich zu der Berechnung mit der qm-Zahl geringer vereinbaren, wodurch auch der Beitrag sinken kann.

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