In welcher Krankenversicherung muss sich Ihr Kind versichern?

Für Kinder gibt es spezielle Regelungen bei dem Versicherungsschutz über die Krankenversicherung. Die Eltern haben nicht immer die freie Wahl zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung. Welcher Versicherungsschutz für die Kinder am besten ist, hängt vor allem von der Berufstätigkeit und dem Versicherungsstatus der Eltern ab.

Wo müssen Sie Ihr Kind versichern?

Möchten Eltern ihr neugeborenes Kind krankenversichern, ist die erste Frage, ob das Baby in der gesetzlichen oder in der privaten Krankenversicherung versichert werden muss. Die Regelungen zu der Versicherungspflicht sind gesetzlich geregelt.

Schwierig wird es mit der Zuordnung, wenn ein Elternteil privat und das andere Elternteil gesetzlich versichert ist. Dennoch ist auch hier die Kindermitversicherung klar geregelt. Ausschlaggebend ist dabei das jeweilige Einkommen der Eltern:

Wo ist Elternteil 2 versichert?
Wo ist Elternteil 1 versichert? PKV (Einkommen über JAEG*) PKV (Einkommen unter JAEG*)
GKV (Einkommen unter JAEG*) PKV oder GKV gegen Beitrag PKV oder beitragsfrei in GKV
GKV (Einkommen über JAEG*) Abhängig vom höheren Einkommen PKV oder beitragsfrei in GKV

*JAEG bedeutet Jahresarbeitsentgeltgrenze. Ab einem bestimmten Jahresbruttoeinkommen ist ein Arbeitnehmer nicht mehr versicherungspflichtig und kann in die private Krankenversicherung wechseln. Das Unter- und Überschreiten der Grenze ist bei der Einordnung in das entsprechende Krankenversicherungssystem wichtig.

Eltern sind in GKV und PKV versichert

Wenn ein Elternteil Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung ist, können dort grundsätzlich alle eigenen Kinder über die Familienversicherung kostenlos mitversichert werden. Es sei denn, es treffen bestimmte Voraussetzungen zu.

Laut § 10 Absatz 3 SGB V gibt es nämlich Ausnahmen. Kinder sind demnach nicht kostenlos familienversichert, wenn auf den anderen Ehepartner alle der folgenden Bedingungen zutreffen:

  • Ehepartner ist privat versichert
  • Jährliches Einkommen ist über der Jahresarbeitsentgeltgrenze
  • Einkommen ist regelmäßig höher als von dem gesetzlich versicherten Partner

In einem solchen Fall müssen die Eltern für jedes Kind einen eigenen Beitrag bezahlen. Sie können dabei frei entscheiden, in welchem System die Kinder gegen einen Beitrag versichert werden sollen. Entweder privat oder gesetzlich.

Ist der Fall komplett andersherum, so dass der besserverdienende Elternteil gesetzlich versichert ist, können die Kinder kostenlos in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert bleiben.

Sollten die Eltern beide über der Jahresarbeitsentgeltgrenze verdienen, ist das Einkommen von dem Besserverdienenden ausschlaggebend. Ist der besserverdienende Elternteil gesetzlich versichert, können die Kinder dort beitragsfrei mitversichert werden. Ist der Besserverdiener jedoch privat versichert, müssen die Kinder über die private Krankenversicherung gegen einen Beitrag versichert werden.

Eltern im selben System versichert

Sind die Eltern in dem gleichen Krankenversicherungssystem versichert, ist die Wahl der Versicherung für die Kinder wesentlich einfacher. Sind beide Elternteile privat versichert, müssen auch die Kinder in der privaten Krankenversicherung gegen Zahlung eines Kinderbeitrags versichert werden. Die Krankenversicherungsgesellschaft und der Versicherungsschutz kann frei gewählt werden. Oft möchten Eltern allerdings, zum Beispiel aufgrund der einfacheren Abrechnung von Arztkosten, dass das Kind bei derselben Gesellschaft versichert ist.

Wenn die Eltern gesetzlich versichert sind, können die Kinder kostenlos in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert werden. Das nennt sich dann Familienversicherung. Bei welchem Elternteil das Kind versichert wird, ist nicht relevant. Es besteht daneben auch die Möglichkeit, die Kinder in der privaten Krankenversicherung zu versichern. Hier muss dann allerdings ein zusätzlicher Versicherungsbeitrag von den Eltern gezahlt werden. Wenn Sie die hohen monatlichen Kosten für die PKV sparen möchten, kann das Kind alternativ über eine private Krankenzusatzversicherung bessere ärztliche Leistungen erhalten.

Wer zahlt die Versicherungsbeiträge?

Der monatliche Beitrag für den Versicherungsschutz des Kindes muss von den Eltern gezahlt werden. Sowohl bei Arbeitnehmern, Selbstständigen oder Beamten erfolgt der Einzug von der privaten Krankenversicherung per Lastschriftverfahren.

Eltern, die sich in einem Angestelltenverhältnis befinden, haben gegenüber dem Arbeitgeber einen Anspruch auf die hälftige Zahlung der Beiträge. Der Arbeitgeber muss dabei etwa 50 Prozent der monatlichen Kosten übernehmen. Der Zuschuss wird dann direkt über die Gehaltsabrechnung gezahlt.

Werden Vorsorgeuntersuchungen erstattet?

Grundsätzlich erstatten die meisten privaten und gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die U-Untersuchungen (U1 bis U11, J1 und J2). Das sind spezielle Kindervorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten oder körperlichen und geistigen Fehlentwicklungen. Die Untersuchungen vollziehen sich meist bis zum 18. Lebensjahr. Dabei werden in verschiedenen Abständen zum Beispiel die folgenden Kontrollen durchgeführt:

  • Prüfung der Vitalfunktionen
  • Screening auf Stoffwechsel- und Hormonerkrankungen
  • Überprüfung von Gehör, Hüfte, Reflexen und Muskelkraft
  • Allergietest
  • Ermittlung von Zahn-, Mund- und Kieferanomalien
  • Prüfung der Koordinationsfähigkeit und der Sprachentwicklung
  • Überwachung des Impfstatus

In der GKV sind die Leistungen im Gesetz festgeschrieben. Private Versicherer haben jedoch die Möglichkeit die einzelnen Leistungen der Kindertarife flexibel festzulegen. Dadurch kann es passieren, dass die Untersuchungen beispielsweise erst mit einer eingeschlossenen Selbstbeteiligung verrechnet werden und somit nur anteilig erstattet werden. Andere Tarife erstatten die U-Untersuchungen wiederum in vollem Umfang.

Nachversicherung ohne Gesundheitsprüfung

Im Paragraf 198 des Versicherungsvertragsgesetzes ist die Kindernachversicherung für die private Krankenversicherung geregelt. Demnach muss die Versicherungsgesellschaft ein neugeborenes Baby ab der Geburt ohne Risikozuschläge und Wartezeiten versichern. Laut Gesetz müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Mindestens ein Elternteil ist am Tag der Geburt privat versichert
  • Versicherungsantrag wird innerhalb von 2 Monaten gestellt
  • Versicherungsbeginn ist der Geburtstag
  • Schutz darf nicht höher und umfangreicher als vom Elternteil sein

Private Krankenversicherungen können die Kindernachversicherung jedoch davon abhängig machen, dass der Vater oder die Mutter bereits mindestens 3 Monate dort versichert sein muss. Nur dann wäre die Nachversicherung des Kindes ohne Gesundheitsprüfung möglich.

Das Gleiche gilt auch für Adoptivkinder, wenn das Kind zum Stichtag der Adoption noch minderjährig ist. Sofern eine höhere Gefahr vorliegen sollte, darf allerdings ein Risikozuschlag von maximal 100 Prozent erhoben werden.

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