Versicherte Personen in der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung

Mitglieder in einer Krankenversicherung sind meist aufgrund deren Berufsstatus auf unterschiedliche Weise versichert. Nach dem jeweiligen Status gibt es verschiedene Versicherungsmöglichkeiten in der Krankenversicherung. Demnach unterscheidet sich auch die Höhe der Versicherungsbeiträge.

Welche versicherte Personen gibt es?

Als ein Mitglied der Krankenversicherung sind Sie bei Krankheiten und Unfällen vor den anfallenden Arzt- und Krankenhauskosten abgesichert. Welche Leistungen im Krankheitsfall versichert sind, ist wiederum von dem Versicherungstarif abhängig. Oft können Sie außerordentliche Leistungen durch eine Krankenzusatzversicherung oder einen Wahltarif mit einschließen. In der privaten Krankenversicherung können die Mitglieder die Versicherungsleistungen individuell zu Beginn der Versicherung auswählen.

Für einen großen Teil der Mitglieder ist es möglich zwischen der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung zu wählen. Dies ist jedoch beispielsweise für Angestellte nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Beamte, Selbstständige und Studenten haben demgegenüber die freie Wahl. Je nach Lebenssituation muss man abwägen, in welcher Krankenversicherung die Mitgliedschaft mehr Sinn macht.

Weiterhin gibt es Mitglieder, die derzeit arbeitslos gemeldet sind. Die Beiträge für die Krankenversicherung werden dann von der Bundesagentur für Arbeit bezahlt.

Beamte müssen nur einen kleinen Teil der Arztkosten über eine Krankenversicherung absichern, da ein Großteil von der jeweiligen Beihilfestelle übernommen wird. Die Höhe der Beihilfe ist dabei abhängig, ob Familienmitglieder vorhanden sind und von welchem Bundesland die Beihilfe geleistet wird.

Krankenversicherung für Angestellte

Arbeitnehmer sind im Normalfall in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert. Es gibt allerdings auch Ausnahmen, in denen die Angestellten von der Versicherungspflicht befreit werden. Dann haben sie die Möglichkeit sich in der privaten Krankenversicherung (PKV) zu versichern. Verbleiben Sie jedoch in der GKV, so sind Sie ein sogenanntes freiwillig versichertes Mitglied.

Wie können sich Angestellte krankenversichern?

Als normaler Angestellter sind Sie nahezu immer erstmal in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Sie haben die freie Wahl bei welcher Krankenkasse Sie sich versichern möchten und müssen dies entsprechend bei dem Arbeitgeber anzeigen.

Eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung besteht für Angestellte erst, wenn sie über einer bestimmten Einkommensgrenze verdienen. Geringverdiener, die einen sogenannten Minijob ausführen, unterliegen nicht der Versicherungspflicht in der GKV. Allerdings muss auch hier generell eine Krankenversicherung als Absicherung vorhanden sein, da es für jede Person in Deutschland eine Krankenversicherungspflicht gibt.

Für Angestellte besteht ab einem gewissen jährlichen Einkommen die Möglichkeit sich in der privaten Krankenversicherung zu versichern. Damit der Versicherungsschutz in der PKV möglich ist, müssen Sie mindestens ein Jahr über der jährlich festgelegten Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) brutto verdient haben. Die Grenze wird in der Regel jedes Jahr von dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales angepasst.

Damit der Wechsel in die private Krankenversicherung möglich ist, muss das Bruttoeinkommen auch im folgenden Jahr die Jahresarbeitsentgeltgrenze voraussichtlich wieder überschreiten. Der angestellte Arbeitnehmer kann die gesetzliche Krankenversicherung in diesem Fall mit einer Frist von zwei Monaten kündigen und direkt in die private Krankenversicherung wechseln.

Gut verdienende Angestellte, die sich für die private Krankenversicherung entscheiden, profitieren dort meistens ein Leben lang von den umfangreichen Leistungen. Ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur unter bestimmten Umständen möglich, zum Beispiel bei Unterschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze.

Wie berechnen sich die Versicherungsbeiträge?

Damit die Versicherungsbeiträge für die Krankenversicherung direkt von dem Arbeitgeber überwiesen werden können, müssen Sie den Arbeitgeber darüber informieren, bei welcher Krankenversicherung Sie Mitglied sind. Die Beiträge werden dann sogleich von dem Bruttoeinkommen einbehalten und an die Krankenversicherung weitergeleitet. Die Höhe des Beitrags ist in der gesetzlichen und in der privaten Krankenversicherung vollkommen unterschiedlich.

In der gesetzlichen Krankenversicherung wird der Versicherungsbeitrag prozentual vom Bruttoeinkommen berechnet. Je höher das Einkommen eines Angestellten ist, desto größer ist auch der monatliche Beitrag, den er zu zahlen hat. Wie hoch der Beitrag genau ist, können Sie auf der monatlichen Gehaltsabrechnung einsehen, die der Arbeitgeber ausgibt.

Jedoch ist der Beitrag auch auf eine maximale Summe begrenzt, da ansonsten die Kosten für gut verdienende Angestellte zu hoch wären. Ein Angestellter, der über der Jahresarbeitsentgeltgrenze verdient, zahlt immer den höchstmöglichen Krankenversicherungsbeitrag.

Der Versicherungsbeitrag für die private Krankenversicherung lässt sich anhand des Eintrittsalters und des Gesundheitszustands der versicherten Person berechnen. Aus diesem Grund ist die Höhe der Beiträge bei jeder Person unterschiedlich. Im Vergleich zu der gesetzlichen Krankenversicherung sind die Versicherungsbeiträge für Angestellte, die ein hohes Einkommen haben, in der privaten Krankenversicherung oft günstiger.

Selbstständige – privat oder gesetzlich versichern?

Früher konnten Selbstständige noch selber entscheiden, ob sie eine Krankenversicherung haben möchten oder nicht. Mittlerweile wurde ein Gesetz erlassen, wodurch jede Person eine Krankenversicherung nachweisen muss. Während einer Selbstständigkeit dürfen Sie jedoch frei zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung entscheiden.

Sobald die Selbstständigkeit beginnt, können Sie die Entscheidung treffen, ob Sie sich gesetzlich oder privat versichern möchten. Treten Sie aus einem Angestelltenverhältnis aus und machen Sie sich selbstständig, haben Sie zum Beispiel diese Kündigungsoptionen:

Beginn der Selbstständigkeit am 01. Juni
GKV PKV
Wenn keine Kündigung ausgesprochen wird, verbleibt der Versicherte in der bisherigen Krankenversicherung Kündigung der GKV innerhalb von 14 Tagen bis zum 14. Juni möglich Spätere Kündigung der GKV nur mit zweimonatiger Kündigungsfrist

Zusätzliche Tarifleistungen für Selbstständige

Bei einem Versicherungsschutz in der gesetzlichen Krankenversicherung ist der Selbstständige genauso versichert, wie Studenten und Angestellte. Im Gegensatz zu Angestellten können Selbstständige die Absicherung für das Krankentagegeld variieren. Es ist möglich über einen entsprechenden Wahltarif die Leistungen für das Krankentagegeld zu erhöhen oder den zeitlichen Beginn im Krankheitsfall vorzuziehen. Dadurch ist es Selbstständigen zum Beispiel möglich bereits nach einer Krankheitswoche eine finanzielle Unterstützung aus der Zusatzversicherung zu erhalten, um so trotz Krankheit weiterhin ein Einkommen zu beziehen. Die Absicherung über ein Krankentagegeld ist besonders für Selbstständige sinnvoll, bei denen der Betrieb krankheitsbedingt nicht von alleine weiterlaufen kann.

Neben der GKV haben Sie auch die Möglichkeit sich in der privaten Krankenversicherung abzusichern. Die private Krankenversicherung können Sie so anpassen, dass die Leistungen gut zu der selbstständigen Tätigkeit passen. Da Selbstständige eher selten zu einem Arzt gehen, gibt es günstige Tarife mit einer Selbstbeteiligung oder auch mit einer Beitragsrückerstattung, falls keine Leistungen beansprucht werden. Das Krankentagegeld kann dementsprechend auch angepasst werden. Haben Sie sich einmal für die private Krankenversicherung entschieden, ist ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung nur noch unter bestimmten Umständen möglich.

Für junge Selbstständige ist die private Krankenversicherung meist aufgrund der guten Leistungen und der günstigen Beiträge attraktiv. Zusätzlich wird schon sehr früh mit der Ansammlung von sogenannten Alterungsrückstellungen begonnen, so dass im Rentenalter ein großes Kapitalvermögen zur Senkung der Versicherungsbeiträge angesammelt wurde.

Unterschiede bei der Beitragserhebung

In der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich auch für Selbstständige der Beitrag nach der Höhe des Einkommens. Damit die GKV den Beitrag festlegen kann, wird hierfür ein Nachweis des Umsatzes benötigt. In der Regel wird das Einkommen mit Hilfe des Einkommensteuerbescheids nachgewiesen.

Für Berufstätige, die neu in die Selbstständigkeit starten, ist ein Einkommensteuerbescheid noch nicht vorhanden. In diesem Fall müssen zukünftige Einnahmen von dem Selbstständigen geschätzt werden, so dass die Krankenkasse den Versicherungsbeitrag berechnen kann. Nach der Berechnung erhält der Selbstständige einen Bescheid über die Höhe des Beitrags, der angenommen oder abgelehnt werden kann.

In der privaten Krankenversicherung berechnet sich der Versicherungsbeitrag anhand der gewünschten Leistungen, des Eintrittsalters und des Gesundheitszustands. Der Selbstständige kann zwischen verschiedenen Tarifarten wählen. Der Beitrag ist dann hiervon abhängig und kann daher immer unterschiedlich ausfallen.

Welche Krankenversicherung lohnt sich für Beamte?

Beamte sind immer von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung befreit. Beamte und Beamtenanwärter haben so die Möglichkeit zwischen dem Versicherungsschutz in der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung zu entscheiden. Da Beamte eine Kostenerstattung über die Beihilfe bekommen, müssen sie über die Krankenversicherung nur einen Teil der Krankheitskosten abdecken.

Restkostentarife für Beamte

Für Beamte gibt es eine gesetzliche Grundabsicherung, die von dem sogenannten Beihilfeträger geleistet wird. Diese Absicherung nennt sich Beihilfe und ist in jedem Bundesland je nach der Familiensituation unterschiedlich. Der Beihilfesatz liegt zwischen 50 und 80 Prozent. Wie hoch der eigene Beihilfesatz ist, erfahren Sie von dem zuständigen Beihilfeträger.

Die Restkosten müssen mit einer Krankenversicherung abgesichert werden. In der privaten Krankenversicherung gibt es spezielle Restkostentarife, die die notwendige Versicherungslücke genau schließen. Mit einem solchen Tarif sichern Sie die Krankheitskosten je nach Beihilfesatz entsprechend zwischen 20 und 50 Prozent ab.

Bevor Sie Beamte werden und sich später mit einem Restkostentarif in der privaten Krankenversicherung versichern, können Sie einen sogenannten Anwartschaftstarif abschließen. Mit einer Anwartschaft ist es möglich das derzeitige Eintrittsalter und den Gesundheitszustand einzufrieren. Damit wechseln Sie zu einem späteren Zeitpunkt in die private Krankenversicherung, auch wenn sich zum Beispiel der Gesundheitszustand enorm verschlechtert hat. Normalerweise müssten Sie in einem solchen Fall als versicherte Person nämlich einen Risikozuschlag bezahlen.

Die gesetzliche Krankenversicherung bietet solche Restkostentarife nicht an. Hier besteht nur die Möglichkeit den kompletten Versicherungsschutz zu wählen. Allerdings bekommen Sie im Krankheitsfall auch nur die Kosten erstattet, die von der Beihilfe nicht übernommen werden. Die gesetzliche Krankenversicherung kommt meist nur für Beamte in Frage, die sich aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht in der privaten Krankenversicherung versichern können.

Darum lohnt sich für Beamte die PKV

Die Beiträge in der Krankenversicherung unterscheiden sich vor allem bei Beamten sehr stark je nachdem für welche Absicherung man sich entscheidet. Wenn sich Beamte in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern, müssen sie immer den kompletten Versicherungsbeitrag bezahlen. Wie bei normalen Arbeitnehmern auch wird dann der Versicherungsbeitrag anhand des gesetzlich festgelegten Beitragssatzes bestimmt. Die Höhe ist also prozentual von dem monatlichen Einkommen abhängig. Je mehr ein Beamter verdient, desto größer wird auch der zu zahlende Versicherungsbeitrag.

In der privaten Krankenversicherung wird die Berechnung der Beiträge anders gehandhabt. Hier sind das Eintrittsalter, die Leistungen und der Gesundheitszustand ausschlaggebend. Durch die Restkostentarife wird der Versicherungsschutz individuell an den Status des Beamten angepasst. So muss ein Beamter auch nur den Beitrag zahlen, der wirklich notwendig ist. Somit sind die Kosten für die private Krankenversicherung wesentlich geringer im Vergleich zu der gesetzlichen Krankenversicherung.

Regelungen zur Krankenversicherung für Studenten

Auch wenn Studenten meistens noch kein eigenes Einkommen haben, müssen sie sich trotzdem über eine Krankenversicherung absichern. Wie sich ein Student versichert, ist von den eigenen Lebensumständen abhängig.

Wahlrecht für Studenten

Als Student gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten sich zu versichern. Zum einen gibt es den Versicherungsschutz in der GKV. Zum anderen können sie sich auch über die private Krankenversicherung absichern. Für Studenten ist der Versicherungsschutz günstiger als für Angestellte oder Selbstständige, da es besondere Studententarife gibt.

In der GKV sind Sie als Student in der Familienversicherung der Eltern mitversichert. Allerdings ist die Versicherbarkeit auf ein bestimmtes Lebensalter beschränkt. Ab einem Alter von 25 Jahren muss sich ein Student in der studentischen Krankenversicherung alleine versichern und somit auch einen eigenen Beitrag für die Krankenversicherung entrichten. Ist ein Student nicht mehr in der Familienversicherung versicherbar, kann er die bisherige Krankenkasse kündigen und in eine neue wechseln. Der Wechsel kann sofort in dem Monat vollzogen werden, in dem der Student eine eigene Krankenversicherung benötigt.

Für den Fall, dass die Eltern in der PKV versichert sind, bestehen für Studenten verschiedene Möglichkeiten. Nach der Gesetzgebung werden Sie als Student in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig. Sie können sich aber von der Versicherungspflicht in der GKV befreien lassen, um weiterhin in der PKV versichert zu bleiben. Haben Sie sich von der Versicherungspflicht befreien lassen, müssen Sie während des gesamten Studiums in der privaten Krankenversicherung versichert bleiben.

Studenten zahlen dann wie bisher auch ihren eigenen Versicherungsbeitrag. Da sich der Versicherungsstatus von Kind auf Student ändert, ist es möglich, dass der Beitrag etwas steigen wird.

Die andere Möglichkeit für bisher privatversicherte Studenten ist der Wechsel in die studentische Krankenversicherung. Wenn Sie in die GKV wechseln möchten, müssen Sie die private Krankenversicherung über die Änderung der Sachlage informieren und parallel einen Antrag bei einer gesetzlichen Krankenkasse stellen. Der Wechsel der Krankenversicherung wird zu dem Zeitpunkt vollzogen, sobald das Studium begonnen hat.

GKV für Studenten oft günstiger

Die Versicherungsbeiträge für Studenten sind je nach Art der Absicherung unterschiedlich. In der privaten Krankenversicherung ist der Beitrag von dem Eintrittsalter und dem Gesundheitszustand abhängig. Die Krankenversicherungen bieten hierfür in der Regel spezielle Tarife an, die günstiger sind als normale Versicherungstarife für Berufstätige.

Für die GKV ist der Beitrag bei jedem Studenten gleich. Der Versicherungsbeitrag wird jährlich von dem Bundesgesundheitsministerium festgelegt. Im Vergleich zu der privaten Krankenversicherung ist dies meist die günstigere Variante. Ebenso wie bei Berufstätigen können die Krankenkassen auch in der studentischen Krankenversicherung einen Zusatzbeitrag erheben. In diesem Fall können die Versicherungsbeiträge variieren. Allerdings bleibt dann das außerordentliches Kündigungsrecht bestehen.

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