Progression in der Unfallversicherung

In der privaten Unfallversicherung ist es möglich, eine progressive Invaliditätsstaffel einzuschließen. Mit der progressiven Invaliditätsstaffel erhalten die versicherten Personen eine höhere Versicherungsleistung, wenn der Invaliditätsgrad nach einem Unfall eine bestimmte Höhe übersteigt. Die verbesserte Invaliditätsstaffel wird auch vereinfacht nur Progression genannt.

Erklärung zur Funktionsweise

Je höher der Invaliditätsgrad einer versicherte Person ist, desto mehr lässt die Progression die Versicherungssumme ansteigen. Die progressive Invaliditätsleistung greift meist ab einem Invaliditätsgrad in Höhe von 25% ein. Bei einem Invaliditätsgrad unter 25% wird immer nur die einfache Versicherungssumme ausgezahlt.

Der Einschluss einer Progression kann sinnvoll sein, da bei einer hochgradigen Invalidität auch die persönlichen Kosten steigen, wie zum Beispiel für häusliche Umbaumaßnahmen oder langjährige Betreuung.

Für den Versicherungsschutz können Sie verschiedene Stufen der progressiven Invaliditätsstaffel auswählen. Oft sind die Erhöhungen bei den Anbietern relativ ähnlich. Wie hoch der Anstieg der Versicherungssumme letztendlich genau ist, hängt immer von dem Tarif ab.

Progression 225

Dieses Progressionsmodell ist das kleinste Modell in der privaten Unfallversicherung. Die Auszahlungssummen sehen entsprechend so aus, dass die Versicherungsleistung für den Invaliditätsgrad zwischen 25 und 50 Prozent verdoppelt wird. Alle Invaliditätsleistungen über 50 Prozent werden verdreifacht.

Beispiel zur Progression 225

Für das Beispiel gehen wir von dieser Versicherungssumme und den entstandenen Invaliditätsgrad aus:

  • Versicherungssumme: 100.000,- Euro
  • Invaliditätsgrad: 70%

Entsteht nun ein Versicherungsfall und Sie haben die Progression 225 in Ihrem Vertrag eingeschlossen, so berechnen die Versicherungsgesellschaften in diesem Beispiel die Auszahlung oft folgendermaßen:

  • Auszahlung für die ersten 25% Invalidität: 25.000,- Euro
  • Auszahlung für die Invalidität zwischen 25 und 50%: 50.000,- Euro (Verdopplung der Leistung)
  • Auszahlung für die Invalidität zwischen 50 und 70%: 60.000,- Euro (Verdreifachung der Leistung)

Zählen Sie diese Summen zusammen, erhalten Sie eine Auszahlung von der Unfallversicherung in Höhe von insgesamt 135.000,- Euro. Hätten Sie keine Progression eingeschlossen, so wäre die Auszahlungssumme bei nur 70.000,- Euro (70% von 100.000,- Euro).

Progression 350

Für die private Unfallversicherung kann auch dieses höhere Standardmodell ausgewählt werden. Für den Abschnitt mit einem Invaliditätsgrad zwischen 25 bis 50 Prozent wird die dreifache Versicherungssumme ausgezahlt. Für den Abschnitt mit einem Invaliditätsgrad über 50 Prozent kommt es zu Auszahlung der fünffachen Versicherungssumme.

Beispiel zur Progression 350

Wie in dem vorherigen Beispiel gehen wir hier wieder von denselben Tarifgrundlagen aus:

  • Versicherungssumme: 100.000,- Euro
  • Invaliditätsgrad: 70%

Die Auszahlung mit einer Progression 350 sieht dann je nach Versicherungsanbieter folgendermaßen aus:

  • Auszahlung für die ersten 25% Invalidität: 25.000,- Euro
  • Auszahlung für die Invalidität zwischen 25 und 50%: 75.000,- Euro (Verdreifachung der Leistung)
  • Auszahlung für die Invalidität zwischen 50 und 70%: 100.000,- Euro (Verfünffachung der Leistung)

Die private Unfallversicherung muss nach der Entstehung der Invalidität also eine Versicherungssumme von insgesamt 200.000,- Euro an den Versicherungsnehmer auszahlen.

Progression 500

Die nächsthöhere Invaliditätsstaffel ist die Progression 500. In der Unfallversicherung wird hiermit besonders bei einer schweren Invalidität eine hohe Versicherungssumme fällig. Die Auszahlung für den Invaliditätsgrad zwischen 25 und 50 Prozent wird verdreifacht. Die zustehende Versicherungssumme für Invaliditätsgrade über 50 Prozent wird sogar verachtfacht.

Beispiel zur Progression 500

Mit der Progression 500 können Sie im Vergleich zu den kleineren Varianten die Versicherungsleistung nochmal in einem erheblichen Maße steigern:

  • Auszahlung für die ersten 25% Invalidität: 25.000,- Euro
  • Auszahlung für die Invalidität zwischen 25 und 50%: 75.000,- Euro (Verdreifachung der Leistung)
  • Auszahlung für die Invalidität zwischen 50 und 70%: 160.000,- Euro (Verachtfachung der Leistung)

Die Gesamtauszahlung durch die Unfallversicherung liegt dann bei 260.000,- Euro.

Progression 1000

Die höchstmögliche Staffelung ist die Progression 1000. Wie bei den anderen Progressionsstufen wird der Invaliditätsteil zwischen 25 und 50 Prozent verdreifacht. Alles über 50 Prozent wird bis zu achtzehnfach entschädigt.

Beispiel zur Progression 1000

Bei einer Versicherungssumme von 100.000,- Euro und einem Invaliditätsgrad von 70% wird Ihre Geldleistung für die körperliche Behinderung so berechnet:

  • Auszahlung für die ersten 25% Invalidität: 25.000,- Euro
  • Auszahlung für die Invalidität zwischen 25 und 50%: 75.000,- Euro (Verdreifachung der Leistung)
  • Auszahlung für die Invalidität zwischen 50 und 70%: 360.000,- Euro (Verachtzehnfachung der Leistung)

Sofern Sie die Progression 1000 eingeschlossen haben, werden Ihnen in diesem Fall insgesamt 460.000,- Euro auf Ihr Konto überwiesen.

Tabelle mit den Progressionsstaffeln

In dieser Tabelle sehen Sie nochmal die Auszahlungssummen in einer Übersicht, die je nach Invaliditätsgrad fällig werden. Anhand der Progressionstabelle können Sie für Ihre private Unfallversicherung besser beurteilen, ob die Mehrleistung durch die Progression für Sie sinnvoll ist:

Progressionstabelle

Ein Beispiel für die jeweiligen Progressionsmodelle und die entsprechenden Auszahlungssummen der Unfallversicherung können Sie in dem Versicherungsrechner einsehen.

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