Welche Wahltarife gibt es in der gesetzlichen Krankenversicherung?

Neben den gesetzlichen Leistungen in der Krankenversicherung gibt es noch die Möglichkeit einen Wahltarif bei der jeweiligen Krankenkasse abzuschließen. Wahltarife bieten den Versicherten zusätzliche Leistungen. Einzelne Tarife können dabei für bestimmte Gesundheitsbereiche, wie ambulante oder zahnärztliche Versorgung, abgeschlossen werden.

Welche Wahltarife bietet die Krankenversicherung?

Über die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) können Sie zusätzliche Leistungen in den Schutz einschließen. Diese Leistungen dürfen Sie sich ganz nach Ihren Bedürfnissen aussuchen und bei Bedarf über einen Wahltarif abschließen.

Auslandskrankenversicherung

In der Regel gehört eine Auslandskrankenversicherung nicht zu den standardisierten Leistungen der GKV. Aus diesem Grund kann man bei vielen gesetzlichen Krankenversicherungen einen Wahltarif vereinbaren, der die Auslandsreisen der versicherten Personen entsprechend absichert. Dabei gilt der Versicherungsschutz meist weltweit. Zusätzlich hat man noch bestimmte Serviceleistungen, wie unter anderem den Reiserücktransport und die komplette Kostenübernahme der Heilbehandlungen im Ausland.

Bevor Sie sich jedoch für diesen Wahltarif entscheiden, sollten Sie bei der eigenen Krankenkasse abklären, ob nicht bereits ein Reiseschutz in der Krankenversicherung vorhanden ist. Manche Krankenkassen bieten diesen Schutz bereits an, ohne dass der Abschluss eines Wahltarifs notwendig ist.

Alternativmedizin

In bestimmten Fällen kann selbst die Schulmedizin nicht mehr weiterhelfen. Hierfür bietet die GKV spezielle Wahltarife, die Behandlungen für alternative Heilmethoden erstatten. Ist man in einem solchen Wahltarif versichert, werden meist Leistungen für Homöopathie, anthroposophische Medizin (Selbstheilungskräfte) und Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) von der Krankenkasse übernommen.

Tarife mit Selbstbeteiligung

Bei einem Tarif mit Selbstbeteiligung müssen Sie Ihre Behandlungen bei einem Arzt bis zu einem festgelegten Betrag selber bezahlen. Wenn die Kosten von Heilbehandlungen die Selbstbeteiligung innerhalb eines Kalenderjahres erreicht haben, zahlt für zukünftige Behandlungen die Krankenversicherung.

Wählen Sie diese Art von Wahltarif, bekommen Sie neben dem Bonusprogramm zusätzlich eine Geldprämie ausgezahlt, sofern innerhalb eines Kalenderjahres keine Leistungen in Anspruch genommen wurden. Allerdings müssen Sie hierbei abwägen, ob sich ein solcher Wahltarif lohnt, da die Bonuszahlungen oft nicht allzu hoch ausfallen.

Krankentagegeldtarife

Ähnlich wie in der privaten Krankenversicherung können Sie auch in der GKV ein Krankentagegeld abschließen. In der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten Sie in der Regel ab dem 43. Krankheitstag das Krankengeld. Mit einem Wahltarif haben Sie nun die Möglichkeit die Zahlung zu einem früheren Zeitpunkt zu erhalten.

Der Versicherungsschutz könnte dann je nach Vereinbarung bereits nach einer Woche greifen. Freiwillig gesetzlich Versicherte, die eine freiberufliche oder selbstständige Tätigkeit ausüben, können so schon früh das Einkommen absichern und das Krankengeld beziehen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Man muss allerdings wissen, dass bei dem Krankentagegeldtarif in der GKV kein Sonderkündigungsrecht besteht, sofern ein Zusatzbeitrag von der Krankenkasse erhoben wird. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur bei den sonstigen Wahltarifen. In der privaten Krankenversicherung kann der Krankentagegeldtarif hingegen immer bei einer Beitragserhöhung gekündigt werden.

Gibt es eine Mindestvertragslaufzeit?

Als die ersten Wahltarife von den gesetzlichen Krankenversicherungen geöffnet wurden, gab es noch eine Mindestvertragslaufzeit von drei Jahren. Jemand, der in einen Wahltarif gewechselt ist, konnte erstmalig den Tarif nach Erfüllung der Mindestvertragslaufzeit mit einer Frist von drei Monaten den Vertrag kündigen. Mittlerweile wurde die Mindestlaufzeit der Wahltarife durch ein Rechtsurteil verkürzt. Die Mindestvertragslaufzeit beläuft sich daher nur noch maximal auf ein Jahr.

Welches Kündigungsrecht haben Sie?

Wer in einen Wahltarif gewechselt ist, hat andere Kündigungsfristen als bei einem normalen GKV-Tarif. Der Wahltarif kann frühestens zum Ende der Mindestvertragslaufzeit beendet werden. Damit die Kündigung wirksam wird, muss die Krankenkasse das Kündigungsschreiben spätestens 3 Monate vor dem Kündigungstermin erhalten haben.

Nach Erfüllung der Mindestvertragslaufzeit haben Sie für die Zukunft immer nur ein Kündigungsrecht zum Ende des Kalenderjahres. Das Kündigungsschreiben muss dann spätestens am 31. September des laufenden Jahres bei der GKV eingehen.

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